Viele Buchhaltungsprogramme kommen aus Deutschland. Für österreichische Ein-Personen-Unternehmen ist deshalb nicht nur wichtig, was ein Programm kann, sondern ob es die österreichischen Regeln wirklich abbildet. Ich habe die Programme selbst mit Testkonten ausprobiert, als Einzelunternehmer und Kleinunternehmer mit Einnahmen-Ausgaben-Rechnung.

Kurzantwort:

  • sevdesk ist einfach zu bedienen und schreibt Kleinunternehmer-Rechnungen mit dem richtigen österreichischen Hinweis. Für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung braucht man aber mindestens den Tarif „Buchhaltung“, und eine direkte Übermittlung an FinanzOnline habe ich im Test nicht gefunden.
  • FreeFinance [offen: Ergebnis nach Test]
  • Mein Tipp: [offen: nach beiden Tests festlegen]

Worauf es in Österreich ankommt

Vier Punkte entscheiden, ob ein Programm für österreichische EPU passt:

  1. Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (E/A-Rechnung): Die meisten EPU ermitteln ihren Gewinn so. Gezählt wird, wann Geld tatsächlich ein- oder ausgeht, nicht wann die Rechnung geschrieben wurde. [Quelle]
  2. Kleinunternehmerregelung: Wer unter der Umsatzgrenze bleibt, verrechnet keine Umsatzsteuer und muss das auf der Rechnung vermerken. [Quelle, aktuelle Umsatzgrenze ergänzen]
  3. FinanzOnline: Über FinanzOnline werden Umsatzsteuervoranmeldung und Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht. Praktisch ist ein Programm, das Daten direkt übermittelt oder zumindest passend exportiert.
  4. Österreichische Steuersätze und Begriffe: In Österreich gilt ein Normalsteuersatz von 20 %, in Deutschland 19 %. Ein Programm aus Deutschland sollte das sauber trennen. [Quelle]

Wer eine Registrierkasse braucht, etwa bei Barumsätzen, muss zusätzlich auf eine RKSV-konforme Kasse achten. Das behandle ich in einem eigenen Artikel.

Vergleich auf einen Blick

sevdeskFreeFinance
HerkunftDeutschland, eigene österreichische VersionÖsterreich
Kostenlos testen14 Tage, ohne Kreditkarte, endet automatisch

[offen]

Günstigster Tarif mit E/A-Rechnung

„Buchhaltung“, 9,96 €/Monat netto im Aktionspreis bei 24 Monaten, regulär 24,90 € (Stand 18.10.2026)

[offen]

Kleinunternehmer-Rechnung

ja, mit österreichischem Hinweis automatisch

[offen]

E/A-Rechnung

ja, ab Tarif „Buchhaltung“

[offen]

Übermittlung an FinanzOnline

im Test nicht gefunden

[offen]

Österreichische Banken

ja, u. a. Erste, Raiffeisen, Bank Austria, Oberbank, easybank

[offen]

Handy-App

ja

[offen]

Serverstandort

Deutschland

[offen]

Preise ändern sich oft und Aktionspreise gelten meist nur für die erste Laufzeit. Aktuelle Preise immer beim Anbieter prüfen.

sevdesk im Praxistest

Fazit vorab: Sehr einsteigerfreundlich und für Kleinunternehmer-Rechnungen sofort richtig eingestellt. Bei FinanzOnline und einigen Details merkt man aber, dass sevdesk aus Deutschland kommt.

Einstieg

Die Anmeldung auf sevdesk.at dauerte wenige Minuten. sevdesk fragt sechs kurze Dinge ab, etwa Unternehmensform, ob man Mitarbeiter hat und ob man Kleinunternehmer ist. Danach führt eine Checkliste mit sieben Schritten durch die ersten Aufgaben. Eine Kreditkarte braucht man für den Test nicht.

Rechnung als Kleinunternehmer

Die erste Rechnung war schnell geschrieben. Weil ich bei der Anmeldung „Kleinunternehmer“ gewählt hatte, stand die Umsatzsteuer fix auf 0 %, und sevdesk setzte automatisch diesen Hinweis auf die Rechnung:

„Der Rechnungsbetrag enthält gem. §6 Abs. 1 Z 27 UStG 1994 keine Umsatzsteuer.“

Das ist die österreichische Gesetzesstelle, nicht die deutsche. [Quelle zur Kleinunternehmerbefreiung verlinken] Rechnungsnummer und Zahlungsziel vergibt sevdesk automatisch, Logo, Farbe und Layout lassen sich mit wenigen Klicks anpassen.

Praxistipp: Solange man die Firmendaten nicht vollständig eingetragen hat, fehlen auf der Rechnung Name, Adresse und Bankverbindung. sevdesk zeigt zwar einen gelben Hinweis, aber wer den übersieht, verschickt eine unvollständige Rechnung. Außerdem ist eine gespeicherte Rechnung gesperrt und lässt sich nur noch per Storno korrigieren. Also vorher genau prüfen.

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und Steuern

Unter „Steuern“ gibt es die Bereiche UVA, E/A-Rechnung und „Mein Steuerberater“. Die E/A-Rechnung hat eine eigene Zeile für Einnahmen als Kleinunternehmer. Sie rechnet richtig nach Zahlungseingang: Meine offene Testrechnung über 120 € stand als offene Forderung im Dashboard, der Gewinn blieb aber bei 0 €, solange nichts bezahlt war.

Eine Kleinigkeit kann Einsteiger verwirren: Das Diagramm „Ertrag/Aufwand“ auf der Startseite zeigt die Rechnung schon beim Schreiben an, die E/A-Rechnung erst bei Zahlung.

Was mir aufgefallen ist

  • FinanzOnline: Die Tarifseite bewirbt beim Tarif „Buchhaltung“ eine Umsatzsteuervoranmeldung direkt ans Finanzamt. In der österreichischen Testversion habe ich aber nur eine Übersicht der Zahllast gefunden, keine Übermittlung an FinanzOnline. Wer das braucht, sollte vor dem Kauf beim sevdesk-Support nachfragen.
  • Deutsche Spuren: Ein Hinweis in der Software spricht von „GoBD-konform“, einem deutschen Regelwerk, und die Preisübersicht nennt „zzgl. 19 % MwSt.“, also den deutschen Steuersatz. Den tatsächlichen Bruttopreis für Österreich sieht man erst beim Bestellen. [prüfen]
  • Voreinstellung Sollbesteuerung: Ob für einen die Soll- oder Istbesteuerung gilt, sollte man selbst klären und gegebenenfalls umstellen. [Quelle]
  • Bank: Die gängigen österreichischen Banken lassen sich verbinden, alternativ gibt es CSV-Import und ein Konto für Barzahlungen.

Preise

TarifAktionspreis/Monat nettoRegulär/Monat nettoE/A-Rechnung
Rechnung5,56 €13,90 €nein
Buchhaltung9,96 €24,90 €ja
Buchhaltung Pro13,96 €34,90 €ja

Stand 18.10.2026, bei 24 Monaten Laufzeit, Rabatt nur für die erste Vertragslaufzeit. Für österreichische EPU reicht der günstigste Tarif nicht, weil er keine E/A-Rechnung enthält.

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FreeFinance im Praxistest

[offen: Abschnitt nach eigenem Test schreiben, gleich aufgebaut wie sevdesk]

  • Einstieg und Anmeldung
  • Rechnung als Kleinunternehmer: welcher Hinweis steht drauf?
  • E/A-Rechnung und FinanzOnline: gibt es eine Übermittlung?
  • Bank und Handy-App
  • Preise und welcher Tarif für EPU reicht

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Für wen passt was?

  • Gründer im ersten Jahr: sevdesk punktet mit der geführten Einrichtung und einfachen Rechnungen. FreeFinance: [offen]
  • Kleinunternehmer mit wenigen Rechnungen pro Monat: Wichtig ist, dass die E/A-Rechnung im Tarif enthalten ist. Bei sevdesk ist das erst ab „Buchhaltung“ der Fall. [offen: Vergleich mit FreeFinance]
  • Kleintransporteure und Handwerker: Viele Belege unterwegs, etwa Tankquittungen. Hier zählen Handy-App, Bankanbindung und eine einfache E/A-Rechnung. [offen: Belegerfassung testen]
  • Wer selbst an FinanzOnline übermitteln will: Vor dem Kauf genau prüfen, welches Programm das für Österreich wirklich kann.

Häufige Fragen

Kann ich sevdesk in Österreich verwenden? Ja, es gibt eine eigene österreichische Version auf sevdesk.at. Kleinunternehmer-Rechnungen bekommen dort den österreichischen Hinweis. Eine direkte Übermittlung an FinanzOnline habe ich im Test nicht gefunden.

Welcher sevdesk-Tarif reicht für eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung? Mindestens „Buchhaltung“. Der Tarif „Rechnung“ enthält laut Tarifübersicht keine E/A-Rechnung.

Kann ich eine gespeicherte Rechnung noch ändern? Bei sevdesk nein. Eine gespeicherte Rechnung ist festgeschrieben und wird über eine Stornorechnung korrigiert.

Brauche ich trotz Software einen Steuerberater? Das hängt von deiner Situation ab. Eine Software erleichtert die laufende Buchhaltung, ersetzt aber keine Steuerberatung. [offen: eigenen Artikel verlinken]


Hinweis: Dieser Artikel enthält Partnerlinks. Wenn du darüber einen Tarif buchst, erhalte ich eine Provision, für dich entstehen keine Mehrkosten. Die Bewertung ist davon unabhängig. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 18.10.2026; sie ersetzen keine Steuerberatung.


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